Liebe Freundinnen und Freunde,
wieder einmal muss ich mich melden, weil unsere Kinder mit einer zugespitzten Sicherheitslage konfrontiert sind, und viele von Euch bei mir anfragen, wie es Neve Hanna, den Kindern und dem Team geht.
Grundsätzlich kann man sagen, dass wir alle okay sind, wenngleich das nicht bedeutet, dass es uns gut geht. Die Anspannung, der Stress, der durch Raketenalarm aufkommt, und die Ungewissheit, ob die Raketen rechtzeitig abgefangen werden, sind extrem anstrengend. Für unsere Kinder kommt hinzu, dass sie ohnehin mit Traumata ringen und sich überdies genauso Sorgen um Eltern und Geschwister machen, wie sich Mitarbeiter*innen um ihre Familien sorgen.
Dies ist keine leichte Zeit, und dennoch kann ich ein großes ABER hinzufügen: Wir sind zusammen, können uns gegenseitig unterstützen, und Kraft geben. Wie immer darf ich sagen: die Neve-Hanna-Gemeinschaft hält zusammen und wächst auch in dieser schwierigen Lage über sich hinaus, was die gegenseitige Fürsorge anbelangt.
Das gilt auch für Esther und Malkah, unsere beiden Freiwilligen aus Deutschland. Sie haben zum gegenwärtigen Zeitpunkt entschieden, nicht auszureisen, sondern in Neve Hanna zu bleiben, wo sie sich bestmöglich sicher und zudem gut betreut fühlen. Dennoch ist die Lage natürlich dynamisch, sodass weder sie noch wir wissen, was noch auf uns wartet. Doch auch das werden wir gemeinsam bewältigen.
Gestern hätten wir unsere Purim-Party feiern sollen. Wer einmal zu der Zeit um Purim in Neve Hanna war, weiß, wie viel Arbeit in den Vorbereitungen der Aktivitätsbuden, des Restaurants sowie des Kaffeehauses und vor allem der Herstellung der Kostüme und der Proben für die Aufführungen steckt. Nicht nur die Kinder waren enttäuscht, dass die Party vorerst ausfallen musste, sondern auch Esther und Malkah, die zusammen mit einem Mitarbeiter an dem Geisterzimmer gebaut haben, das traditionell die Freiwilligen aus Deutschland mit viel Einfallsreichtum auf die Beine stellen und welches für die Kinder ein Highlight ist. Und erneut kann ich ein Aber hinzufügen: die Party ist nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Wenn wir zu einem normalen Alltag ohne permanente Raketenbedrohung zurückkehren können, werden wir die Party nachholen. Einstweilen haben wir eben mehr Zeit, an den Kostümen und an den Aufführungen zu feilen.
Für heute, 2. März 2026, herzlichst, Antje


25 Jahre lang war Haim, der im Alter von 50 Jahren vor wenigen Tagen aus dem Leben schied, Hausvater der Wohngruppe Re‘im im Kinderheim Neve Hanna.






